Der Kabelanschluss und die digitale Entwicklung

Die Möglichkeiten der Nutzer mit ihrem Kabelanschluss beschränken sich längst nicht mehr auf die Wahl zwischen analogem und digitalen Fernsehen. Telefonieren und Internetzugang funktionieren ebenfalls zuverlässig. Aus Nutzersicht wird diese Entwicklung besonders bedeutend für die Wahl zwischen DSL und Kabelinternet.

Zugang für alle Geräte und Dienste

Der Internetzugang über die Breitbandkabelnetze ist inzwischen aufgrund des technischen Ausbaus durchaus weit verbreitet.  Neben der Rückkanal-Fähigkeit verfügen die Netze nun auch über weitere Übertragungskanäle. Mittlerweile liegen die Kapazitäten in der Regel bei 862 MHz. Dies geht einher mit beachtlichen Angeboten an Digital-TV-Vielfalt und hohen Übertragungsgeschwindigkeiten im Upload- und im Download-Bereich.

Hochauflösende Digital-TV-Programme

Die Qualität und die Anzahl der Fernsehprogramme stellen neben der einfachen Bedienung über die Fernbedienung ein wichtiges Argument hinsichtlich der Auswahl des Internet-Anbieters dar. Internet und TV über DSL und Kabelinternet weisen in Abhängigkeit des Wohnortes und somit der konkreten Verfügbarkeit oftmals markante Unterschiede auf. Die vielfältige Programmauswahl beim Digital-TV am Kabelanschluss (DVB-C) wird durch die Erweiterung der Übertragungskanäle und die gleichzeitige Unterbringung mehrerer Programme in einem Kanal unterstützt. Zusätzlich zu den Programmen können am digitalen Kabelanschluss Dienste wie EPG (Electronic Program Guide), Video On Demand oder Pay-TV genutzt werden.

Was ist DOCSIS?

In den Breitbandkabelnetzen bzw. den HFC-Netzen (Hybrid-Fibre-Coax) werden die Daten nicht über DSL sondern über DOCSIS (Data Over Cable Service Interface Specification) übertragen. Der Standard ermöglicht die Datenübertragung im Kabelnetz und mit dem Kabelmodem. Die Weiterentwicklung der DOCSIS-Übertragungstechnik führt dabei zu neuen DOCSIS-Versionen, die die Provider in ihren Netzen einführen können. Da heute in Deutschland in der Regel flächendeckend bereits DOCSIS 3.0 zum Einsatz kommt, kann sich vor einem entsprechenden Vergleich der Internetanbieter die Frage nach dem Zeitpunkt einer Einführung von DOCSIS 3.1. lohnen. In diesem Fall sind Download-Geschwindigkeiten auch deutlich über 1 GBit/s möglich.

Aufgrund einer zunehmenden Arbeit im Home-Office sollte bei einem Wechsel auch die jeweilige Upload-Geschwindigkeit an dem konkreten Kabelanschluss erfragt werden. Aufgrund von reservierten Frequenzbereichen im jeweiligen Kabelnetz kann hier ein teils deutlich geringerer Datendurchsatz erzielt werden als bei FTTH.

Kabelanschluss: Telefonie und Internetzugang

Interaktivität durch Rückkanalfähigkeit

Durch den Ausbau der Rückkanalfähigkeit und der damit verbundenen interaktiven Nutzungsmöglichkeiten können in den Kabelnetzen neben TV auch zusätzlich Internetzugang und Telefonie (VoIP) genutzt werden. Somit können auch über Kabelnetze die beliebten sogenannten Triple Play Pakete zum Einsatz kommen. Hohe Netzkapazitäten beim Internetzugang wurden dabei insbesondere durch den Glasfaserausbau über weite Strecken realisiert. In dem Fall, das die Glasfaser bis zum Wohnungs-Anschluss geführt wird spricht man von sogenanntem Fibre to the Home (FTTH). Die Übertragungstechnik im Kabelnetz ist dabei Docsis. Oftmals wird dabei heute DOCSIS 3.0 genutzt. Im Rahmen der Kaufentscheidung zwischen DSL oder Kabelinternet ist es aber interessant wie schnell die Implementierung von DOCSIS 3.1 beim betreffenden Kabelnetzbetreiber voranschreitet.

Netzstruktur

Zu einer umfangreicheren Nutzung des Kabelanschlusses hat auch das Ersetzen der sogenannten Baum-Netzstruktur durch die Sternnetze geführt. Die Folge sind eine geringere Dämpfung und ein besserer Anschluss der Kabeldosen an den Übergabepunkt im Haus.

Netzausbau

Aufgrund einer gestiegenen Nachfrage nach TV-Sendungen als auch nach IP-Diensten wurden die Kabelnetze ausgebaut werden. Durch die Umrüstung der Netzkomponenten wie Nodes und Verstärker konnte die Bandbreite auf 862 MHz und mehr gesteigert werden.

Welche Geschwindigkeiten bieten Kabel-Internetanschlüsse?

Im Download realisieren die Kabelprovider bereits Geschwindigkeiten von bis zu 400 MBit/s oder mehr im Markt. Dies hängt insbesondere mit der Beschaffenheit und der Kapazitäten der verlegten Leitungen zusammen. Das Breitbandkabel ist so in der Lage viele Frequenzbereiche abzudecken. Durch die Netzplanung der Provider werden einzelne Frequenzbereiche zunehmend entsprechend der Nachfrage der User eingesetzt. Während analoges Fernsehen auf geringe Nachfrage trifft, werden mehr Kapazitäten für Digital-TV und insbesondere Internetzugang genutzt. Hinsichtlich der Geschwindigkeit braucht das Kabelinternet somit keinen Vergleich zu scheuen. Allerdings kann die Übertragungstechnik des Breitbandkabels für relativ geringe Upload-Geschwindigkeit verantwortlich sein. Trotz 250 Mbit/s im Download werden oftmals nur 25 Mbit/s im Upload angeboten. Hier bleiben die weiteren DOCSIS-Entwicklungen abzuwarten.

Hinzuweisen ist dabei jedoch auf die Thematik hinsichtlich des Kabelnetzes als sogenanntes Shared-Medium. Dies bedeutet, dass sich je nach Ausbau eines Hausnetzes eine bestimmte Zahl von Teilnehmern beziehungsweise Mietparteien die Kapazitäten möglicherweise teilen müssen.

Während Privatnutzer meist auf unsymmetrische Kabelinternetanschlüsse zurückgreifen können, umfassen Business-Breitbandanschlüsse im Kabelnetz insbesondere auch symmetrische Angebote. Diese weisen identische Datenraten bei Download und Upload auf.

Absperrung Baustelle für Kabelverlegung
Baustellen für den Ausbau der Breitbandnetze lassen sich in vielen Regionen finden.

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